Woran erkennt man Aflatoxin in Trockenfeigen?

Aflatoxin in Trockenfeigen lässt sich weder sehen noch riechen noch schmecken; ein sicheres Ergebnis liefert nur die Laboranalyse. Im Lager oder im Wareneingang werden aber Feigen, die unter 365 nm UV-Licht grünlich-gelb leuchten, als verdächtige Früchte aussortiert, die Aflatoxin enthalten könnten.

Warum ist Aflatoxin unsichtbar?

Aflatoxine sind Giftstoffe, die von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet werden. Sie sind farblos, geruchlos und geschmacklos, und weder Trocknen noch Erhitzen zerstört sie.

Deshalb kann eine einwandfrei aussehende Feige belastet sein, während viele fleckige Feigen frei davon sind.

Wann entsteht die Belastung?

Das Risiko beginnt, wenn die Feige am Baum reift und Wasser verliert. Am höchsten ist es, wenn die geschrumpften Feigen zu Boden fallen und auf dem Trockenplatz liegen, bis sie ganz durchgetrocknet sind. Steigt im Lager die Feuchtigkeit, kann der Schimmel wieder aktiv werden. Die kritischen Phasen sind also Trocknung und Lagerung.

Wie werden verdächtige Feigen aussortiert?

Wo der Schimmel wächst, hinterlässt er Kojisäure. Zusammen mit einem Enzym der Feige leuchtet dieser Stoff unter langwelligem UV-Licht grünlich-gelb. Das Verfahren heißt BGYF (bright greenish-yellow fluorescence, leuchtend grünlich-gelbe Fluoreszenz).

Das Leuchten kann auf der Schale und auch im Inneren der Feige auftreten. Eine zweifelhafte Feige wird deshalb aufgeschnitten und auch innen geprüft.

Der Codex-Verhaltenskodex für getrocknete Feigen empfiehlt, jede eingehende Partie unter langwelligem UV-Licht zu prüfen und fluoreszierende Feigen zu entfernen.

Was UV-Licht zeigt und was nicht

Was leuchtet, ist nicht das Aflatoxin selbst, sondern eine Spur des Schimmels. In einer Studie an Trockenfeigen erfasste die UV-Sortierung etwa 73 Prozent der belasteten Feigen. Einige belastete Feigen leuchteten nicht, und einige leuchtende Feigen erwiesen sich als unbelastet.

Die UV-Sortierung ist daher eine Vorsortierung. Ob eine Partie verkehrsfähig oder exportfähig ist, zeigt das Laborergebnis.

Eine praktische Routine

Wenn eine Lieferung Feigen eintrifft, prüfen Sie die Partie im Wareneingang mit einer Akku-Lampe. Sortieren Sie die verdächtigen Früchte aus, die Aflatoxin enthalten könnten, und schicken Sie dann eine Probe ins Labor. So verlassen verdächtige Feigen die Partie, bevor sie ins Lager kommt.

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Quellen

  1. Codex Alimentarius (FAO/WHO), Verhaltenskodex zur Vermeidung und Verringerung der Aflatoxinkontamination bei getrockneten Feigen, CAC/RCP 65-2008. fao.org
  2. Hurburgh, C. R., Iowa State University Extension, Black light presumptive test (Schwarzlicht-Vortest), 2012. iastate.edu
  3. Kılıç, C., Özer, H., İnner, B., Real-time detection of aflatoxin-contaminated dried figs using lights of different wavelengths by feature extraction with deep learning, Food Control 156 (2024) 110150. sciencedirect.com